Hämorrhoiden: Was hilft? Hausmittel und Selbsthilfe im Überblick

Jucken, Brennen, Nässen oder hellrotes Blut auf dem Toilettenpapier: Vergrößerte Hämorrhoiden sind weit verbreitet, aber vielen Betroffenen unangenehm, sodass sie das Thema lange aufschieben. Dabei lassen sich leichte Beschwerden oft schon mit einfachen Maßnahmen im Alltag lindern.

Stand: Juli 2026. Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Blut im Stuhl sollten Sie grundsätzlich ärztlich abklären lassen, auch wenn Hämorrhoiden die naheliegende Erklärung scheinen.

Hier lesen Sie, was Hämorrhoiden eigentlich sind, welche Beschwerden typisch sind, welche Ursachen eine Rolle spielen und was Sie selbst tun können, von Ernährung und Analhygiene über Sitzbäder bis zu rezeptfreien Salben und Zäpfchen aus der Apotheke.

Was Hämorrhoiden eigentlich sind

Hämorrhoiden hat jeder Mensch: Es handelt sich um ein gut durchblutetes Gefäßpolster am Übergang vom Enddarm zum After, das zusammen mit dem Schließmuskel den Darm abdichtet. Zum Problem wird dieses Polster erst, wenn es sich dauerhaft vergrößert. Dann spricht man umgangssprachlich von „Hämorrhoiden", medizinisch von einem Hämorrhoidalleiden.

Der Schweregrad wird grob in vier Stufen eingeteilt. Anfangs sind die vergrößerten Polster von außen nicht sichtbar und machen sich höchstens durch gelegentliche Blutungen bemerkbar. In späteren Stadien können sie beim Pressen oder dauerhaft aus dem After hervortreten. Die genaue Einstufung nimmt die Ärztin oder der Arzt vor, sie entscheidet mit über die geeignete Behandlung.

Typische Beschwerden

Häufige Anzeichen sind Juckreiz und Brennen am After, ein Nässe- oder Fremdkörpergefühl sowie hellrotes Blut auf dem Stuhl oder am Toilettenpapier. Manche Betroffene bemerken tastbare Knoten am After oder haben das Gefühl einer unvollständigen Darmentleerung. Starke Schmerzen sind bei unkomplizierten Hämorrhoiden eher untypisch und sprechen dafür, die Beschwerden ärztlich einordnen zu lassen, denn dahinter können auch Analfissuren oder Venenthrombosen am After stecken.

Ursachen: Warum sich das Gefäßpolster vergrößert

Als Hauptfaktor gilt starkes und häufiges Pressen beim Stuhlgang, meist infolge von hartem Stuhl und chronischer Verstopfung. Auch langes Sitzen, sei es im Büro oder auf der Toilette, Bewegungsmangel und Übergewicht begünstigen die Beschwerden. In der Schwangerschaft treten vergrößerte Hämorrhoiden ebenfalls häufig auf, weil Hormonumstellung und der Druck des Kindes auf das Becken das Gewebe belasten. Mit zunehmendem Alter verliert das Bindegewebe zudem an Spannkraft.

Da Verstopfung so oft am Anfang steht, lohnt sich ein Blick auf die Verdauung insgesamt. Was gegen harten Stuhl hilft, lesen Sie in unserem Ratgeber Verstopfung.

Selbsthilfe: Was Sie im Alltag tun können

Die wirksamste Selbsthilfe setzt beim Stuhlgang an. Eine ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkornprodukten, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten macht den Stuhl weicher, ergänzend können Floh- oder Leinsamen sinnvoll sein. Dazu gehört ausreichendes Trinken über den Tag, denn Ballaststoffe quellen nur mit genug Flüssigkeit. Nehmen Sie sich auf der Toilette Zeit, ohne stark zu pressen, und vermeiden Sie langes Sitzen auf der Toilette, etwa mit dem Smartphone. Regelmäßige Bewegung bringt zusätzlich die Verdauung in Schwung.

Bei der Analhygiene gilt: sanft statt gründlich schrubben. Nach dem Stuhlgang reicht lauwarmes Wasser, etwa mit einem weichen Waschlappen oder einer Podusche. Auf feuchtes Toilettenpapier mit Duft- und Konservierungsstoffen reagiert die gereizte Haut dagegen oft empfindlich. Viele Betroffene empfinden zudem lauwarme Sitzbäder als wohltuend, teils mit Zusätzen wie Kamille oder Eichenrinde aus der Apotheke.

Rezeptfreie Salben und Zäpfchen

Zur Linderung von Juckreiz, Brennen und Wundgefühl werden rezeptfreie Salben, Cremes und Zäpfchen (Suppositorien) häufig eingesetzt. Gängige Präparate enthalten zum Beispiel entzündungshemmende oder adstringierende, also zusammenziehende Stoffe wie Hamamelis, gerbstoffhaltige Zubereitungen oder örtlich betäubende Wirkstoffe wie Lidocain. Sie können Beschwerden lindern, verkleinern die vergrößerten Gefäßpolster aber nicht, die Ursache behandeln sie also nicht.

Ob und welches Präparat für Sie geeignet ist, hängt von Art und Dauer Ihrer Beschwerden ab. Zu Eignung, Anwendung und Dauer beraten Sie die Packungsbeilage und Ihre Apotheke, gerade örtlich betäubende Mittel sind in der Regel nur zur kurzzeitigen Anwendung gedacht. Eine Übersicht rezeptfreier Präparate mit Preisvergleich finden Sie in der Kategorie Magen, Darm & Verdauung. Bei stärkeren Befunden kommen ärztliche Verfahren wie eine Verödung oder Gummibandligatur infrage, das entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Wann Sie ärztlichen Rat suchen sollten

Blut im Stuhl oder am Toilettenpapier gehört immer in ärztliche Abklärung, auch wenn es nur einmalig auftritt. Hämorrhoiden sind zwar eine häufige Erklärung, dieselben Anzeichen können aber auch auf andere Darmerkrankungen hinweisen, die nicht übersehen werden dürfen. Ärztlichen Rat sollten Sie außerdem suchen bei starken Schmerzen am After, bei tastbaren oder hervortretenden Knoten, bei anhaltendem Nässen oder Stuhlschmieren sowie bei Beschwerden, die sich trotz Selbsthilfe über zwei bis drei Wochen nicht bessern.

Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis, bei Bedarf überweist sie in eine proktologische Sprechstunde. Die Untersuchung ist unkompliziert und dauert meist nur wenige Minuten, falsche Scham verzögert die Behandlung unnötig.

Häufige Fragen zu Hämorrhoiden

Welche Hausmittel helfen bei Hämorrhoiden?
Bewährt haben sich eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichendes Trinken, sanfte Analhygiene mit lauwarmem Wasser und lauwarme Sitzbäder, etwa mit Kamille oder Eichenrinde. Diese Maßnahmen können Beschwerden lindern und beugen hartem Stuhl vor.
Gehen vergrößerte Hämorrhoiden von selbst wieder weg?
Leichte Beschwerden bessern sich mit weichem Stuhl und Selbsthilfe oft deutlich. Einmal stark vergrößerte Gefäßpolster bilden sich jedoch meist nicht vollständig zurück. Bei anhaltenden Beschwerden sollte die Behandlung ärztlich besprochen werden.
Was bringen rezeptfreie Salben und Zäpfchen?
Sie können Juckreiz, Brennen und Wundgefühl lindern, beseitigen aber nicht die vergrößerten Gefäßpolster selbst. Zu Auswahl, Anwendung und Anwendungsdauer beraten Packungsbeilage und Apotheke.
Ist Blut im Stuhl immer ein Zeichen für Hämorrhoiden?
Nein. Hellrotes Blut stammt zwar häufig von vergrößerten Hämorrhoiden, es kann aber auch andere Ursachen haben, darunter behandlungsbedürftige Darmerkrankungen. Blut im Stuhl sollte deshalb grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden.

Unsere Einordnung: Vergrößerte Hämorrhoiden sind häufig, gut behandelbar und kein Grund für falsche Scham. Mit ballaststoffreicher Ernährung, ausreichendem Trinken, sanfter Analhygiene und Sitzbädern lassen sich leichte Beschwerden oft spürbar lindern, rezeptfreie Salben und Zäpfchen können diese Basis ergänzen. Blut im Stuhl, Schmerzen und tastbare Knoten gehören dagegen in ärztliche Abklärung, damit die Ursache sicher feststeht.

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Quelle: Allgemeine Informationen zum Hämorrhoidalleiden, unter anderem gesundheitsinformation.de (IQWiG).