Migräne: Symptome, Auslöser und was dagegen helfen kann

Ein pochender, oft einseitiger Kopfschmerz, dazu Übelkeit und Empfindlichkeit gegen Licht und Geräusche: Eine Migräne ist mehr als gewöhnlicher Kopfschmerz und kann einen ganzen Tag lahmlegen. Mit dem Wissen um Auslöser und Maßnahmen lässt sie sich oft besser bewältigen.

Stand: Juli 2026. Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei starken, neuen oder häufigen Attacken wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Damit Sie Ihre Beschwerden besser einordnen können, klären wir hier die häufigsten Fragen: woran Sie eine Migräne erkennen, was eine Aura ist, welche Auslöser typisch sind, was allgemein hilft und wann eine ärztliche Abklärung angeraten ist.

Typische Symptome einer Migräne

Eine Migräneattacke äußert sich meist als mittelstarker bis starker Kopfschmerz, der häufig einseitig liegt und pulsierend oder pochend ist. Typisch ist, dass er sich bei körperlicher Aktivität verstärkt und oft von Übelkeit, manchmal Erbrechen sowie einer Empfindlichkeit gegen Licht und Geräusche begleitet wird. Eine einzelne Attacke dauert unbehandelt von einigen Stunden bis zu wenigen Tagen.

Damit unterscheidet sich die Migräne vom häufigeren Spannungskopfschmerz, der eher dumpf und beidseitig ist und die Betroffenen weniger stark einschränkt. Einen Überblick über die verschiedenen Formen bietet unser Ratgeber Kopfschmerzen.

Migräne mit und ohne Aura

Bei einem Teil der Betroffenen kündigt sich die Attacke durch eine sogenannte Aura an. Dabei treten vor oder zu Beginn der Kopfschmerzen vorübergehende Wahrnehmungsstörungen auf, etwa Flimmern vor den Augen, Lichtblitze, ein eingeschränktes Gesichtsfeld oder ein Kribbeln in einer Körperhälfte. Solche Aura-Zeichen bilden sich in der Regel innerhalb einer Stunde zurück.

Treten solche Ausfälle zum ersten Mal, sehr lange oder besonders heftig auf, sollten Sie sie ärztlich abklären lassen, um andere Ursachen sicher auszuschließen.

Mögliche Auslöser

Der Migräne liegt eine erbliche Veranlagung zugrunde, die Attacken werden häufig durch persönliche Auslöser angestoßen. Dazu zählen Stress oder gerade das Nachlassen von Stress, ein veränderter Schlafrhythmus, ausgelassene Mahlzeiten, hormonelle Schwankungen, Alkohol, bestimmte Lebensmittel und Wetterwechsel. Welche Faktoren bei Ihnen eine Rolle spielen, lässt sich mit einem Kopfschmerz- oder Migräne-Tagebuch oft gut eingrenzen.

Was bei Migräne allgemein hilft

Viele Betroffene ziehen sich während einer Attacke in einen abgedunkelten, ruhigen Raum zurück und legen ein kühles Tuch auf die Stirn. Ruhe und Schlaf können eine Attacke verkürzen. Vorbeugend helfen ein regelmäßiger Tagesablauf, ausreichend Schlaf, Bewegung, Entspannungsverfahren und das Meiden bekannter Auslöser.

Gegen akute Beschwerden werden rezeptfreie Schmerzmittel wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Paracetamol eingesetzt, bei Übelkeit ergänzend passende Mittel. Für Migräne gibt es zudem spezielle Wirkstoffe, die Triptane, die überwiegend ärztlich verordnet werden. Wichtig ist ein maßvoller Gebrauch, denn bei Einnahme an mehr als zehn Tagen im Monat können Schmerzmittel selbst Kopfschmerzen unterhalten. Welches Mittel für Sie geeignet ist, besprechen Sie mit Ihrer Apotheke; Angaben zu Anwendung und Dosis stehen in der Packungsbeilage.

Eine Übersicht rezeptfreier Präparate finden Sie in der Kategorie Schmerzmittel. Wirkstoffe wie Ibuprofen lassen sich über die Produktsuche nach Preis vergleichen.

Vorbeugung im Alltag

Wer seine Auslöser kennt, kann Attacken teils vorbeugen. Regelmäßige Mahlzeiten und Schlafzeiten, ausreichend Trinken, Bewegung an der frischen Luft und feste Entspannungspausen wirken auf viele stabilisierend. Ein Migräne-Tagebuch hilft, Muster zu erkennen und die Behandlung mit der Ärztin oder dem Arzt gezielt zu planen.

Wann Sie ärztlichen Rat suchen sollten

Manche Kopfschmerzen gehören rasch in ärztliche Hände. Dazu zählen ein plötzlicher, extrem heftiger Schmerz, Kopfschmerzen mit Fieber und steifem Nacken, nach einem Sturz auf den Kopf oder mit Sprach-, Seh- und Bewegungsstörungen, die nicht zu einer bekannten Aura passen. Auch eine erstmalige Migräne im höheren Lebensalter, häufige Attacken oder ein Schmerzmittelgebrauch an mehr als zehn Tagen im Monat sollten abgeklärt werden. Eine Ärztin oder ein Arzt kann die Diagnose sichern und eine geeignete Akut- und Vorbeugebehandlung besprechen.

Häufige Fragen zu Migräne

Was hilft schnell gegen Migräne?
Vielen hilft es, sich früh in einen abgedunkelten, ruhigen Raum zurückzuziehen und zu ruhen. Gegen die Schmerzen kommen rezeptfreie Schmerzmittel infrage, für die es zudem spezielle verordnete Mittel gibt. Zur Auswahl berät Sie Ihre Apotheke oder Ihre Arztpraxis.
Was ist der Unterschied zwischen Migräne und Spannungskopfschmerz?
Eine Migräne ist oft einseitig, pulsierend und wird von Übelkeit sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet, sie verstärkt sich bei Bewegung. Der Spannungskopfschmerz ist eher dumpf, beidseitig und schränkt weniger stark ein.
Was ist eine Migräne mit Aura?
Bei einer Migräne mit Aura treten vor oder zu Beginn der Kopfschmerzen vorübergehende Wahrnehmungsstörungen auf, etwa Flimmern vor den Augen oder ein Kribbeln in einer Körperhälfte. Sie bilden sich meist innerhalb einer Stunde zurück.
Wann sollte ich mit Migräne zum Arzt?
Bei plötzlichem, extrem heftigem Schmerz, Fieber mit steifem Nacken, neuen neurologischen Ausfällen, erstmaliger Migräne im höheren Alter oder häufigem Schmerzmittelgebrauch ist eine ärztliche Abklärung angeraten. Die Arztpraxis kann die Diagnose sichern und die Behandlung planen.

Unsere Einordnung: Eine Migräne lässt sich zwar nicht einfach wegdrücken, mit Ruhe, dem Meiden bekannter Auslöser und einer passenden Akutbehandlung aus Apotheke oder Arztpraxis aber oft gut bewältigen. Treten die Attacken häufig auf, greifen Sie zu oft zu Schmerzmitteln oder kommen ungewohnte Warnzeichen hinzu, gehört die Behandlung in ärztliche Hände.

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Quelle: Allgemeine Informationen zu Migräne und Kopfschmerzen, unter anderem gesundheitsinformation.de (IQWiG). Passend ergänzend: unser Ratgeber Kopfschmerzen.