Abbildung nicht verbindlich
Inhaltsverzeichnis
Anwendung
- zur peroralen Anwendung
Hinweise bei Stillzeit
- keine adäquaten und gut kontrollierten Studien mit Stillenden durchgeführt
- keine Beschränkungen hinsichtlich der Anwendung in der Stillzeit zur Verringerung der Toxizität von Methotrexat oder anderen Folsäure-Antagonisten
- Übertritt in die Muttermilch unbekannt
- Anwendung in der Stillzeit möglich, wenn dies im Rahmen der therapeutischen Indikationen als notwendig erachtet wird
Nebenwirkungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Leukopenie
- Diarrhoe (sehr selten lebensbedrohlich)
- Dehydratation
- Stomatitis
- Mukositis
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- nach hohen Dosen
- gastrointestinale Störungen
- Schlafstörungen
- Erregungszustände
- Depressionen
- Kombinationsbehandlung mit 5-Fluorouracil
- Infektionen
- Thrombozytopenie
- Unwohlsein
- Übelkeit
- Erbrechen
- Obstipation
- Anorexie
- Alopezie
- Dermatitis
- nach hohen Dosen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erhöhung der Anfallshäufigkeit bei Epileptikern
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Allergische/anaphylaktische Reaktionen
- Urtikaria
- ohne Häufigkeitsangabe
- nach hohen Dosen
- Krampfanfälle auch bei Nicht-Epileptikern
- Verstärkung der Nebenwirkungen von 5-Fluorouracil in der Kombinationsbehandlung (bes. gastrointestinale Störungen, Stomatitis, Diarrhoe)
- nach hohen Dosen
Kontraindikation
- bekannte Überempfindlichkeit gegen Calciumfolinat
- Perniziöse Anämie oder andere Anämien durch Vitamin B12-Mangel
Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen
- Therapieüberwachung bei Epileptikern, die mit Phenobarbital, Phenytoin, Primidon und Succinimiden behandelt werden (evtl. Erhöhung der Anfallsfrequenz)
- Kombinationsbehandlung mit 5-Fluorouracil
- Gefahr der Verstärkung des Toxizitätsrisiko von 5-Fluorouracil, besonders bei älteren oder geschwächten Patienten (evtl. Dosisreduktion von 5-Fluorouracil)
- Therapieabbruch, Streckung der Therapieintervalle oder Dosisreduktion von 5-Fluorouracil erwägen bei Diarrhöe und/oder Stomatitis
- Kontrolle des Calciumspiegels, bei Bedarf zusätzliche Calciumgabe
- Kombinationsbehandlung mit Methotrexat
- zu hohe Dosen vermeiden (Gefahr der Herabsetzung der Antitumor-Aktivität von Methotrexat)
- bei Laborabweichungen oder klinischen Toxizitäten mögliche Interaktionen bedenken
- Kombinationen mit anderen Arzneimitteln
- mögliche Reduzierung der Wirksamkeit eines Folsäure-Antagonisten bei Kombination beachten
- mögliche Wirkungsverstärkung der Kombination Calciumfolinat und 5-Fluorouracil bei Kombination von Calciumfolinat und 5-Fluorouracil zur Behandlung kolorektaler Karzinome mit anderen Zytostatika, wie z.B. Oxaliplatin oder Irinotecan
Hinweise bei Schwangerschaft
- keine adäquaten und gut kontrollierten Studien mit Schwangeren durchgeführt
- keine Tierstudien zur Reproduktionstoxikologie durchgeführt
- keine Hinweise vorliegend auf schädliche Wirkungen bei Gabe in der Schwangerschaft
- keine Beschränkungen hinsichtlich der Anwendung in der Schwangerschaft zur Verringerung der Toxizität von Methotrexat oder anderen Folsäure-Antagonisten
Dosierung
- Prävention von Intoxikationserscheinungen einer Methotrexat-Therapie (Calciumfolinat-Rescue)
- keine einheitlichen Empfehlungen für Dosierung und Anwendungsart von Calciumfolinat als Antidot in der hoch dosierten Methotrexat-Stoßtherapie vorhanden, folgende Dosierungsempfehlungen nur exemplarisch:
- MTX-Serumspiegel 24 - 30 Stunden: < 1,5 × 10-6 mol/l bis 1 × 10-8 mol/l
- 10 - 15 mg Calciumfolinat / m2 KOF alle 6 Stunden
- Behandlungsdauer: 48 Stunden
- MTX-Serumspiegel 24 - 30 Stunden: 1,5 × 10-6 mol/l bis 5 × 10-6 mol/l
- 30 mg Calciumfolinat / m2 KOF alle 6 Stunden
- Behandlungsdauer: bis Plasmaspiegel < 5 × 10-8 mol/l
- MTX-Serumspiegel 24 - 30 Stunden: > 5 × 10-6 mol/l
- 60 - 100 mg Calciumfolinat / m2 KOF alle 6 Stunden
- Behandlungsdauer: bis Plasmaspiegel < 5 × 10-8 mol/l
- MTX-Serumspiegel 24 - 30 Stunden: < 1,5 × 10-6 mol/l bis 1 × 10-8 mol/l
- Beginn des Rescues:
- spätestens 18 - 30 Stunden nach Beginn der Methotrexat-Infusion
- Ende des Rescues:
- frühestens 72 Stunden nach Beginn der Methotrexat-Infusion
- bei Beendigung des Rescues sollte Methotrexat-Serumspiegel unter 10-7 mol/l, besser unter 10-8 mol/l liegen
- „Over-Rescue" kann zur Beeinträchtigung der Wirksamkeit von Methotrexat führen, bei unzureichendem Rescue ist bei der hoch dosierten Methotrexat-Stoßtherapie mit erheblichen toxischen Nebenwirkungen zu rechnen (siehe Fachinformation Methotrexat-haltiger Arzneimittel)
- keine einheitlichen Empfehlungen für Dosierung und Anwendungsart von Calciumfolinat als Antidot in der hoch dosierten Methotrexat-Stoßtherapie vorhanden, folgende Dosierungsempfehlungen nur exemplarisch:
- Behandlung der Intoxikationserscheinungen einer niedrig dosierten Methotrexat-Therapie (Einzeldosis <100 mg/m2 KOF), die auf Tetrahydrofolsäuremangel zurückgeführt werden können
- sofort eine 6 - 12 mg Folinsäure entsprechende Menge Calciumfolinat i.v. oder i.m.
- danach mehrfach (mind. 4mal) die gleiche Dosis in 3- bis 6- stündigen Abständen
- zum intensivierten Calciumfolinat-Rescue bei verzögerter Methotrexat-Ausscheidung unter mittelhoch oder hoch dosierter Methotrexat-Therapie siehe spezielle Fachliteratur.
- Hinweis
- sollte Intoxikation durch erheblich verzögerte Elimination verursacht sein (z. B. [akute] Niereninsuffizienz), Hämodialyse/Hämoperfusion in Erwägung ziehen
- Behandlung von Folsäuremangelzuständen
- 5 bis max. 15 mg Folinsäure / Tag
Indikation
- Prävention von Intoxikationserscheinungen (mittel-)hoch dosierter Methotrexat-Therapie oder bei anhaltend hohen Methotrexat-Serumspiegeln (auch bei niedrig dosierten Methotrexat-Therapien)
- Hinweis
- anhaltend hohe Methotrexat-Serumspiegeln insbesondere bei Pleuraergüssen, Aszites, Niereninsuffizienz sowie bei unzureichender Flüssigkeitszufuhr während einer Methotrexat-Therapie
- Hinweis
- Behandlung von Intoxikationserscheinungen einer Methotrexat-Therapie, die auf Tetrahydrofolsäuremangel zurückgeführt werden können
- Behandlung von Folsäuremangelzuständen unterschiedlicher Genese, die durch diätetische Maßnahmen nicht zu beheben sind