Abbildung nicht verbindlich
Inhaltsverzeichnis
Hinweise bei Stillzeit
- Unbedenklichkeit während der Stillzeit konnte nicht belegt werden
- deshalb nicht anzuraten, Magnesiumsulfat während der Stillzeit zu verabreichen, es sei denn, es wird als unerlässlich angesehen
Kontraindikation
- Überempfindlichkeit gegen Magnesium und seine Salze
- hepatische Enzephalopathie
- Leberversagen
- Nierenversagen
- schwere Beeinträchtigung der Nierenfunktion (glomeruläre Filtrationsrate < 25 ml / Std.)
- Anurie
- Exsikkose
- Patienten mit Herzblock (Klasse I - III), AV-Block (Unterbrechung des Reizleitungssystems im Herzen) oder sonstige kardiale Überleitungsstörungen
- myokardialer Schädigung
- ausgeprägte Bradykardie (verlangsamte Herztätigkeit)
- Myasthenia gravis (Muskelschwäche)
- Neigung zu Magnesium-Calcium-Ammoniumphosphat-Steindiathese
- Magnesiumsulfat soll nicht gleichzeitig mit Barbituraten, Narkotika oder Hypnotika wegen des Risikos einer Atemdepression angewendet werden
Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen
- Niereninsuffizienz
- Magnesiumsalze sollten bei Patienten mit Beeinträchtigung der Nierenfunktion mit besonderer Vorsicht angewendet werden
- entsprechende Dosisanpassung vornehmen
- hepatisches Koma
- Magnesiumsulfat sollte bei hepatischem Koma nicht angewendet werden, wenn das Risiko für ein Nierenversagen besteht
- Überwachung, Laborkontrollen
- Calciumwerte im Serum sollten routinemäßig überwacht werden
- Magnesiumwerte im Serum sollten während der Behandlung überwacht werden (normal 0,65 - 1,0 mmol)
- Überwachung der Abwesenheit einer Atemdepression: Atemfrequenz sollte nicht unter 16 Atemzüge / Min. liegen
- Urinausscheidung sollte 25 ml / Std. nicht unterschreiten, da es ansonsten zu einer Hypermagnesiämie kommen kann
- Vorhandensein des Patellarsehnenreflexes sollte geprüft werden
- Vorsicht, wenn Hitzewallungen und Schwitzen auftreten
- Gegenmittel
- injizierbare Calciumgluconat-Lösung als Gegenmittel sollte unmittelbar verfügbar sein
- intravenöse Anwendung
- Kinder: max. Infusionsgeschwindigkeit 0,04 mmol / kg KG / Min.
- intramuskuläre Anwendung
- Vorgaben der guten klinischen Praxis für intramuskuläre Injektionen befolgen
- abgemagerte oder atrophierte Muskeln vermeiden
- Dorsoglutealmuskel und den Ischiasnerv vermeiden
- sollte die zu verabreichende Gesamtdosis 5 ml überschreiten, sollte das Injektionsvolumen auf mehr als eine tiefe muskuläre Injektionsstelle aufgeteilt werden
- Vorsicht bei älteren oder dünnen Patienten, die möglicherweise nur Einzelinjektionen mit bis zu 2 ml vertragen
- keine Injektionsstelle verwenden, die Anzeichen einer Infektion oder Verletzung zeigt
- Injektionsstellen abwechseln, wenn Sie die Gabe einer intramuskulären Dosis wiederholen, um Verletzungen oder ein unangenehmes Gefühl an den Muskeln zu vermeiden
- Vorgaben der guten klinischen Praxis für intramuskuläre Injektionen befolgen
Indikation
- Behandlung von Magnesiummangel bei nachgewiesener Hypomagnesiämie
- Vorbeugung und Behandlung von Hypomagnesiämie bei Patienten, die vollständig parenteral ernährt werden
- Magnesiummangel, wenn er Ursache für Störungen der Muskeltätigkeit ist und eine orale Therapie nicht möglich ist
- Anwendung bei Gebärenden zur Therapie von Präeklampsie und Eklampsie
- Kontrolle und Vorbeugung von Krampfanfällen bei schwerer Präeklampsie
- Kontrolle und Vorbeugung von wiederkehrenden Krampfanfällen bei Eklampsie
Anwendung
- intravenöse Infusion
- ggf. Verdünnung mit kompatibler Lösung notwendig
- Infusion über eine volumetrische Infusionsvorrichtung mit einer Infusionsgeschwindigkeit, die der Indikation entspricht
- Kinder: Infusionsgeschwindigkeit soll 0,04 mmol (0,001 g) / kg KG / Min. nicht überschreiten
- intravenöse Injektion
- langsame i.v.-Injektion mit einer Infusionsgeschwindigkeit, die der Indikation entspricht
- tiefe i.m.-Injektion (nur Erwachsene)
- Vorgaben der guten klinischen Praxis für intramuskuläre Injektionen befolgen
- abgemagerte oder atrophierte Muskeln vermeiden
- Dorsoglutealmuskel und den Ischiasnerv vermeiden
- sollte die zu verabreichende Gesamtdosis 5 ml überschreiten, sollte das Injektionsvolumen auf mehr als eine tiefe muskuläre Injektionsstelle aufgeteilt werden
- Vorsicht bei älteren oder dünnen Patienten, die möglicherweise nur Einzelinjektionen mit bis zu 2 ml vertragen
- keine Injektionsstelle verwenden, die Anzeichen einer Infektion oder Verletzung zeigt
- Injektionsstellen abwechseln, wenn Sie die Gabe einer intramuskulären Dosis wiederholen, um Verletzungen oder ein unangenehmes Gefühl an den Muskeln zu vermeiden
- Vorgaben der guten klinischen Praxis für intramuskuläre Injektionen befolgen
- Magnesium-Lösungen sollten nicht mit calcium- oder phosphathaltigen Injektionen gemischt werden, da es zu Ausfällungen und Wechselwirkungen kommen kann
Hinweise zur Verkehrstüchtigkeit/Bedienung von Maschinen
- unwahrscheinlich, dass Magnesiumsulfat das Reaktionsvermögen beeinflusst
- Patienten können sich jedoch nach der Anwendung schwindelig oder schläfrig fühlen
- Patient sollte darauf hingewiesen werden nicht zu fahren und keine Maschinen zu bedienen
Hinweise bei Schwangerschaft
- Anwendung nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abschätzung
- wenn dieses Arzneimittel während der Schwangerschaft angewendet wird, sollte die Mutter auf die möglichen Gefahren für den Fetus hingewiesen werden
- Eklampsie
- da eine Eklampsie lebensbedrohlich für Mutter und Kind sein kann, kann in einem solchen Zustand Magnesiumsulfat gegeben werden
- Gabe vom Aminoglykosid-Antibiotika sollte in diesem Zeitraum vermieden werden, da Hinweise auf Wechselwirkungen vorliegen
- bei Müttern die mit hohen Dosierungen behandelt werden, z.B. bei einer Präeklampsie
- ausreichende Menge Magnesium könnte die Plazentaschranke überwinden, und bei Neugeborenen zu Hypotonie und Atemdepressionen führen
- bei Anwendung von Magnesium zur Tokolyse über einen längeren Zeitraum in hoher Dosierung ist über Störungen der Skelettverknöcherung bei Neugeborenen berichtet worden
- bei der Anwendung von Magnesiumsulfat in der angegebenen therapeutischen Dosierung bestehen dahingehend jedoch keine Bedenken
- bei Anwendung bei schwangeren Frauen sollte die fetale Herzfrequenz überwacht werden
- Anwendung innerhalb der 2 Stunden vor Geburt sollte vermieden werden
- wird Magnesium kurz vor der Geburt verabreicht, sollte das Neugeborene während der ersten 24 - 48 Lebensstunden auf Anzeichen von Toxizität (neurologische Depression mit Atemdepression, Muskelschwäche, Verlust von Reflexen) überwacht werden
- Magnesiumsulfat kann fetale Abnormitäten verursachen, wenn es schwangeren Frauen länger als 5 - 7 Tage gegeben wird
- retrospektive, epidemiologische Studien und Fallberichte vorliegend, die über fetale Abnormitäten wie Hypokalzämie, Demineralisierung der Knochen, Osteopenie und andere Skelettanomalien bei kontinuierlicher maternaler Gabe von Magnesiumsulfat über Zeiträume länger als 5 - 7 Tage berichten
- Fertilität
- aufgrund von langjähriger Erfahrung kein Einfluss von Magnesium auf die männliche und weibliche Fertilität erwartet
Dosierung
- Allgemein
- Dosierung sollte auf die Erfordernisse und das Ansprechen der Einzelperson angepasst werden
- Magnesiumkonzentration im Plasma sollte gemessen werden, um die Infusionsrate und -dauer zu bestimmen, und während der gesamten Behandlung überwacht werden
- 1 g Magnesiumsulfat-Heptahydrat entspricht 98,6 mg oder 8,1 mVal oder 4,1 mmol Mg2+
- Behandlung eines Magnesiummangels bei erwiesener Hypomagnesiämie
- Erwachsene
- intravenöse Anwendung
- je nach klinischen Erfordernissen bis zu 160 mmol (ca. 4 g) Mg2+ über einen Zeitraum von bis zu 5 Tagen (langsame i.v. Infusion)
- normales Dosierungsschema
- 32 - 48 mmol (0,8 - 1,2 g) Mg2+ innerhalb der ersten 24 Stunden
- gefolgt von 16 - 24 mmol (0,4 - 0,6 g) Mg2+ / Tag an weiteren 3 - 4 Tagen
- intramuskuläre Anwendung
- Erwachsene
- 4 - 8 mmol (ca. 0,1 - 0,2 g) Mg2+ i.m. bis zu 4mal / 24 Stunden (alle 6 Stunden)
- Erwachsene
- intravenöse Anwendung
- Jugendliche (12 - 17 Jahre)
- 4 mmol (0,1 g) Mg2+, nach Bedarf alle 12 Stunden (intravenöse Injektion über mind. 10 Min.)
- Säuglinge und Kinder (1 Monat - 11 Jahre)
- 0,2 mmol (0,005 g) / kg KG, nach Bedarf alle 12 Stunden (intravenöse Injektion über mind. 10 Min.)
- Neugeborene
- 0,4 mmol (0,01 g) / kg KG, nach Bedarf alle 6 - 12 Stunden (intravenöse Injektion über mind. 10 Min.)
- Erwachsene
- Vorbeugung von Hypomagnesiämie bei Patienten, die vollständig parenteral ernährt werden
- Erwachsene
- 10 - 20 mmol (0,25 - 0,5 g) Mg2+ / Tag (i.v. Infusion oder i.m. Injektion)
- übliche Dosierung: 12 mmol (0,3 g) Mg2+ / Tag
- 10 - 20 mmol (0,25 - 0,5 g) Mg2+ / Tag (i.v. Infusion oder i.m. Injektion)
- Kinder und Jugendliche (1 - 18 Jahre)
- 0,1 mmol (0,0025 g) Mg2+ / kg KG / Tag (i.v. Infusion)
- Neugeborene und Säuglinge (bis 12 Monate)
- 0,2 mmol (0,005 g) Mg2+ / kg KG / Tag (i.v. Infusion)
- Erwachsene
- Kontrolle und Vorbeugung von wiederkehrenden Krampfanfällen bei schwerer Präeklampsie und Eklampsie
- Erwachsene Frauen
- Initialdosis
- 16 - 20 mmol (0,4 - 0,5 g) Mg2+ i.v. über 5 - 15 Min.
- anschließend Erhaltungsregime als intravenöse Infusion oder als regelmäßige intramuskuläre Injektionen über 24 Stunden nach dem letzten Anfall (vorausgesetzt die Atemfrequenz ist > 16 / Min., die Urinausscheidung liegt bei > 25 ml / Min. und Partellarsehnenreflexe sind vorhanden)
- i.v. Erhaltungsdosis
- nach der Initialdosis: 4 mmol (0,1 g) Mg2+ i.v. pro Stunde, für mind. 24 Stunden, nach dem letzten Krampfanfall
- i.m. Erhaltungsdosis
- unmittelbar nach der i.v.-Initialdosis: 20 mmol (0,5 g) Mg2+ i.m. (tiefe Injektion)
- zur erhaltenden Behandlung: 20 mmol (0,5 g) Mg2+ i.m. alle 4 Stunden
- wird für 24 Stunden nach dem letzten Krampfanfall fortgesetzt (vorausgesetzt die Atemfrequenz ist > 16 / Min., die Urinausscheidung liegt bei > 25 ml / Min. und Patellarsehnenreflexe sind vorhanden)
- i.v. Erhaltungsdosis
- wiederkehrende Krämpfe
- bei beiden Erhaltungsregimes (i.v.- und i.m.) werden weitere 8 - 16 mmol (0,2 - 0,4 g) Mg2+ intravenös (über 5 Min.) verabreicht
- < 70 kg KG: 8 mmol (0,2 g) Mg2+
- bei beiden Erhaltungsregimes (i.v.- und i.m.) werden weitere 8 - 16 mmol (0,2 - 0,4 g) Mg2+ intravenös (über 5 Min.) verabreicht
- Initialdosis
- Erwachsene Frauen
- Ältere Patienten
- keine besonderen Empfehlungen zur Dosierung
- Anwendung mit Vorsicht, da in dieser Altersgruppe häufig eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion vorliegt
- Leberinsuffizienz
- aufgrund fehlender Daten keine Dosierungsempfehlungen verfügbar
- Niereninsuffizienz (leicht bis mittelschwer)
- Anwendung mit Vorsicht
- insbesondere bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion kann es zu einer ausreichenden Akkumulation von Magnesiumsulfat kommen um toxische Wirkungen hervorzurufen
- entsprechende Dosisanpassung vornehmen
- reduzierte Dosis von 80 mmol (2 g) Mg2+ kann über einen Zeitraum von 48 Stunden verabreicht werden
- Niereninsuffizienz (schwer)
- kontraindiziert
Nebenwirkungen
- Erkrankungen des Immunsystems
- ohne Häufigkeitsangabe
- Überempfindlichkeitsreaktionen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
- ohne Häufigkeitsangabe
- verlängerte Blutungszeit
- ohne Häufigkeitsangabe
- Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Elektrolyt und Flüssigkeitsanomalien (Hypophosphatämie, hypertonische Dehydration)
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- bei hohen Dosierungen von Magnesiumsulfat: Einzelfälle von maternaler und fetaler Hypokalzämie
- ohne Häufigkeitsangabe
- Erkrankungen des Nervensystems
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Kopfschmerzen
- Schläfrigkeit
- Verwirrtheit
- Schwindel
- Juckreiz
- Kribbeln
- ohne Häufigkeitsangabe
- Koma
- undeutliche Sprache
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Augenerkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Doppeltsehen
- Sehstörungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Herzerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Herzpalpitationen
- Tachykardie
- ohne Häufigkeitsangabe
- Herzrhythmusstörungen
- Herzstillstand
- EKG anomal (verlängerte PR-Strecke, QRS-Komplex verlängert und QT verlängert)
- Bradykardie
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Gefäßerkrankungen
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Flush / Hitzegefühl auf der Haut, aufgrund peripherer Vasodilatation
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Hypotonie, aufgrund peripherer Vasodilatation
- ohne Häufigkeitsangabe
- Vasodilatation, verringerter Blutdruck (Injektions-/Infusionsbedingt, bei zu schneller Verabreichung)
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Atemdepression
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Übelkeit
- Erbrechen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- ohne Häufigkeitsangabe
- Hautausschlag
- ohne Häufigkeitsangabe
- Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Muskelschwäche
- fehlende oder reduzierte Sehnenreflexe, aufgrund einer neuromuskulären Blockade
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Reaktionen an der Einstichstelle (Schmerzen, Brennen, Schwellung, Entzündung)
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Durst
- ohne Häufigkeitsangabe
- an der Injektionsstelle
- Reizungen der Venen
- Gewebeschäden durch Extravasation
- intramuskuläre Anwendung
- Schmerz, Rötung, Schwellungen oder Wärme an der Injektionsstelle
- Drainage an der Injektionsstelle
- Blutungszeit verlängert
- Zellulitis
- Abszess steril
- Anzeichen einer allergischen Reaktion, wie Atemschwierigkeiten oder Anschwellen des Gesichts
- Verletzung angrenzender Strukturen (Blutgefäße Knochen oder Nerven)
- unbeabsichtigte intravaskuläre oder intraosteale Injektion
- Gewebenekrose
- schlechte Aufnahme aufgrund hoher Injektionsvolumina
- an der Injektionsstelle
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10