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Produktinformationen Tardyferon kohlpharma 100 Retardtbl.
Preisvergleich Packungsbeilage / BeipackzettelInhaltsverzeichnis
Hinweise / Warnhinweise für Anwendung und Dosierung
Mit Flüssigkeit einnehmen. Einnahme während des Essens. Einnahme vor dem Essen.
Hinweise / Warnhinweise für Reaktionsvermögen
Ausreichende Untersuchungen liegen nicht vor.
Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen
- besondere Vorsicht, falls diätetische oder andere Eisensalz-Ergänzungen verwendet werden
- Risiko einer möglichen Eisenüberdosierung
- Überdosierung kann v.a. bei Kindern Vergiftungen verursachen
- sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung bei vorbestehenden Entzündungen / entzündlichen Erkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) oder Geschwüren der Magen-Darmschleimhaut
- Risiko einer Verschlimmerung der Magen-Darmerkrankung
- Hyposiderämie im Zusammenhang mit einer entzündlichen Symptomatik spricht nicht auf eine Eisenbehandlung an
- Kombination der Therapie des Eisenmangels mit einer Behandlung der Ursache empfohlen
- Schwangerschaft
- bei erhöhtem Eisenbedarf in der Schwangerschaft sollten Eisenpräparate nicht in hoher Dosierung über längere Zeit eingenommen werden
- feste orale Darreichungsformen
- wegen der Gefahr von Ulzerationen der Mundschleimhaut sowie Zahnverfärbungen sollen diese nicht gelutscht, gekaut oder länger im Mund belassen werden
Hinweise bei Stillzeit
- während der Stillzeit nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung verwenden
Kontraindikation
- Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoff
- Eisenverwertungsstörungen (sideroachrestische Anämien, Bleianämien, Thalassämien)
- Eisenüberladung (Hämochromatose, chronische Hämolyse)
- Anämien, die nicht auf einem Eisenmangel beruhen (Tumor- und Infektanämie)
- normal freisetzende Darreichungsformen
- Kinder < 6 Jahre bzw.
- Kinder < 25 kg
- retardierte Darreichungsformen
- Kinder < 10 Jahren
- da die Schwellendosis für mögliche toxische Effekte von Eisenionen erheblich niedriger als bei Erwachsenen liegt
- Kinder < 10 Jahren
- Therapie mit Bluttransfusionen
- schwere Lebererkrankungen
- schwere Nierenerkrankungen
- im Einzelfall kann bei renaler Anämie orale Substitution mit Eisen(II)-Sulfat unter strikter Kontrolle sinnvoll sein
Hinweise zur Verkehrstüchtigkeit/Bedienung von Maschinen
- kein Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen bekannt
Nebenwirkungen
- Erkrankung der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Kehlkopfentzündungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Verstopfung
- Durchfall
- aufgeblähter Bauch
- Oberbauchbeschwerden
- verfärbte Stühle (unbedenklich)
- Übelkeit
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- abnormale Stühle
- Dyspepsie
- Erbrechen / Brechreiz
- Gastritis
- Appetitlosigkeit
- Magendruck
- Völlegefühl
- ohne Häufigkeitsangabe
- Zahnverfärbungen
- Ulzerationen der Mundschleimhaut
- Magenschmerzen
- Magenkrämpfe
- Gabe hoher Dosen:
- Magen-Darm-Blutungen und Perforation möglich
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen der Haut und des Unterzellhautgewebes
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Pruritus
- erythematöser Ausschlag
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen des Immunsystems
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Hypersensibilität (z.B. Hauterscheinungen)
- Urtikaria
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Verschlechterung eines Gelenkrheumatismus
- ohne Häufigkeitsangabe
- Untersuchungen
- Benzidinprobe oder ähnliche Tests zum Nachweis okkulter Blutungen im Stuhl können falsch-positive Reaktionen liefern
Hinweise bei Schwangerschaft
- eine Verwendung in der vorgegebenen Indikation und Dosierung während der Schwangerschaft ist nach Nutzen-Risko-Abwägung möglich
- keine kontrollierten Studien zur Anwendung während der Schwangerschaft
- Berichte über unerwünschte Wirkungen nach Einnahme oraler Eisenpräparate in therapeutischen Dosierungen zur Behandlung von Anämien in der Schwangerschaft bisher nicht bekannt
- Eisenintoxikationen können zur Schädigung des Feten und zu Aborten führen
- tierexperimentell wurden Eisensalze nur unzureichend auf Reproduktionstoxizität untersucht
- Fertilität:
- keine geeigneten Studien durchgeführt
Dosierung
- Therapie von Eisenmangelzuständen
- Erwachsene und Kinder ab 10 Jahre:
- Leichte Eisenmangelzustände
- 1 Retardtablette (80 mg Eisen(II)-Ionen) 1mal / Tag (morgens)
- Schwere Eisenmangelzustände
- 1 Retardtablette (80 mg Eisen(II)-Ionen) 1 - 2mal / Tag (morgens und abends)
- Körpergewicht < 32 kg: 1 Retardtablette 1mal / Tag (morgens)
- Körpergewicht >/= 32 kg: 1 Retardtablette 2mal / Tag (morgens und abends)
- Dosisreduktion nach 3 Wochen auf 1 Retardtablette (80 mg Eisen(II)-Ionen) 1mal / Tag
- 1 Retardtablette (80 mg Eisen(II)-Ionen) 1 - 2mal / Tag (morgens und abends)
- Leichte Eisenmangelzustände
- Kinder und Jugendliche
- Kinder < 10 Jahre
- kontraindiziert (Schwellendosis für mögliche toxische Effekte von Eisenionen erheblich niedriger als bei Erwachsenen)
- max. Tagesdosis: 5 mg Fe2+ / kg KG
- Kinder < 10 Jahre
- Anwendungsdauer:
- ausreichend lang, um Anämie zu beheben und Eisenspeicher wieder aufzufüllen
- zur Auffüllung der Eisenspeicher nach Normalisierung der Hämoglobinwerte:
- 1 Retardtablette (80 mg Eisen(II)-Ionen) 1mal / Tag (morgens) über 1 - 3 Monate
- Erwachsene und Kinder ab 10 Jahre:
Anwendung
- Einnahme der Retardtabletten mit einem Glas Wasser vor dem Frühstück bzw. morgens und abends ca. 1 Stunde vor den Mahlzeiten
- Retardtabletten unzerkaut schlucken
- nicht lutschen, kauen oder im Mund behalten
- Einnahmeabstand von 2 - 3 Stunden nach Verabreichung einer der folgenden Substanzen:
- Tetracycline und deren Derivate
- Penicillamin
- Goldverbindungen
- Levodopa, Methyldopa und Carbidopa
- L-Thyroxin
- Cholestyramin, Antacida (Ca2+, Mg2+, Al3+-Salze)
- Calcium- und Magnesium-Ergänzungspräparate
- Salicylate
- nichtsteroidale Antirheumatika
- Eisenkomplexbildner wie Phosphate, Phytate oder Oxalate (z. B. Inhaltsstoffe von schwarzem Tee, Rotwein, Milchprodukten, Eiern und Kaffee sowie Nahrungsbestandteile vegetarischer Kost)
- Einnahme von Chinolonen 4 Stunden vor oder 4 - 6 Stunden nach einer Eisensalz-Dosis
- Eisensalze beeinflussen die Resorption von Chinolon-Antibiotika (z. B. Ciprofloxacin, Levofloxacin, Norfloxacin, Ofloxacin)
- Bioverfügbarkeit bis zu 60 % reduziert
- gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen:
- Injizierbare Eisensalze: Lipothymia oder sogar Schock, zurückzuführen auf die schnelle Freisetzung von Eisen aus seiner komplexen Form und Transferrin-Sättigung
- Verzehr großer Mengen an schwarzem Tee, Kaffee und Rotwein hemmt die Eisenresorption
- Milchprodukte und Eier können bei gleichzeitiger Aufnahme die Eisenresorption signifikant vermindern
Indikation
Erwachsene und Kinder ab 10 Jahre
- Therapie von Eisenmangelzuständen